31.01.24

Fütterung bei Hufrehe

Fütterung bei Hufrehe

Bei einer Hufrehe handelt es sich immer um einen absoluten Notfall, der im schlimmsten Fall tödlich endet und immer mit starken Schmerzen fürs Pferd verbunden ist. Auch bedeutet eine akute Hufrehe eine langanhaltende Therapie sowie ein umfassendes Management, welches das Pferd und seinen Halter oft ein Leben lang begleitet. Bei Hufrehe handelt es sich um eine Entzündung der Huflederhaut, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Oft sind dabei die Vorderhufe betroffen. Die Krankheit verursacht erhebliche Schmerzen und erfordert sofortiges Handeln. Wenn eine akute Rehe nicht unverzüglich behandelt wird, kann sich daraus nach ca. 48-72 Stunden in eine chronische Rehe entwickeln. Dabei senkt sich das Hufbein ab und es kann im schlimmsten Fall zu einem Hufbeinbruch, einer Hufbeinrotation oder zum Ausschuhen (Hufkapsel löst sich vom Hufbein) kommen. Sollten Sie folgende Symptome bei Ihrem Pferd beobachten, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Tierarzt, denn das frühzeitige Erkennen der Krankheit ist für die Dauer und die Heilungschancen maßgeblich. 

Anzeichen einer akuten Rehe: 

  • Schmerzen 
  • Bewegungsunlust, klemmiger Gang 
  • betroffene Hufe werden hochgehoben, um zu entlasten 
  • „Rehestellung“, Sägebockstellung 
  • Hufe sind wärmer als normal 
  • Hufe haben Puls in der Zehenarterie (oberhalb des Hufgelenks/ am Fesselkopf) 
  • Möglich: erhöhte Temperatur, Hinlegen 

Anzeichen einer chronischen Rehe: 

  • deutlichere Sägebockstellung 
  • kreuzverschlagsähnlich 
  • häufiges Liegen 
  • deutlicher Puls in Zehenarterie 
  • Appetitlosigkeit 
  • Apathisch 

Ein akuter Rehe-Schub kann verschiedene Ursachen haben. Oft handelt es sich auch um mehrere Ursachen, die zusammen einen Schub auslösen können, hier handelt es sich dann um den berühmten „Tropfen auf den heißen Stein“, der zu einem Ausbruch führt. 

Mögliche Ursachen für einen Rehe-Schub: 

  • Überlastungen (Belastungsreh), 
  • Gebärmutterentzündungen (Nachgeburtsverhaltungen), 
  • Vergiftungen (Vergiftungs-u. Medikamentenrehe, andere Erkrankungen (z.B. Koliken, Cushing, EMS) 
  • Fütterungsfehler. So begünstigen die übermäßige Aufnahme von Zucker und Stärke, präzäkal schwer verdauliche Getreidekörner (z.B Mais u. Gerste) und eine Fütterung, die zu Dysbiosen im Zäkum (mikrobielle Fehlbesiedlung des Darms) führt, eine Erkrankung an Hufrehe.

Dementsprechend spielt vor allem eine angemessene Fütterung eine wesentliche Rolle in der Rehe-Prävention. Bei Rehe disponierten Pferden sollte auf eine getreide- sowie zucker- und stärkereduzierte Ernährung geachtet werden. Die meisten herkömmlichen Kraftfutter fallen für betroffene oder gefährdete Pferde daher weg. Auch bei Weidegras ist Vorsicht geboten. Insbesondere bei niedrigen Temperaturen in der Nacht und sonnigen Vormittagen, bilden sich im Gras vermehrt Fruktane. Fruktane sind Kohlenhydrate, die im Dünndarm des Pferdes kaum verdaut werden können, im Dickdarm jedoch schnell fermentieren und so zu einer Dysbiose im Zäkum führen können. Des Weiteren kann Gras viele wasserlösliche Kohlenhydrate enthalten, die hohe Glukose- und Insulinreaktionen auslösen können. Insbesondere bei Pferden und Ponys, bei denen die Wirkung des Insulins auf die Glukoseregulation nicht ausreicht (Insulindysregulation) kann der Weidegang daher kritisch sein und im Zweifel eine Hufrehe begünstigen. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden das Pferd zu Beginn der Weidesaison langsam, in kleinen Etappen an das Gras zu gewöhnen und ihm immer ausreichend Heu/ Raufutter zur Verfügung zu stellen (min. 1,5kg / 100kg Körpergewicht). Bei bereits chronisch erkrankten Tieren, oder Tieren mit einer starken Neigung zu Hufrehe kann es ratsam sein ganz auf den Weidegang zu verzichten bzw. einzuschränken. 

Bei einem akuten Rehe-Schub muss immer ein Tierarzt gerufen werden, der das Pferd behandelt und auch die Fütterung sollte mit diesem besprochen werden. Während eines akuten Schubs sollten Sie Ihrem Pferd ausreichend, wenn auch nicht unbegrenzt Heu vorlegen (1,7kg / 100kg Körpermasse), Bitte achten Sie darauf, ein eher nährstoffarmes Heu, welches möglichst wenig Stärke und Zucker enthält zu verwenden. Ein spät geschnittenes Heu ist hier empfehlenswert, ggf. sollte die Ration auch mit Stroh gesteckt werden. Außerdem ist für die nächsten 4-6 Wochen eine erhöhte Zugabe von Zink (100mg / 100 kg Körpermasse) und Vitamin E (200-400mg / 100kg) empfehlenswert. Leinöl kann sich aufgrund seines hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren positiv auf die Entzündungsprozesse auswirken, weswegen eine Fütterung von 20ml / 100kg Körpermasse empfohlen wird. 

Sollten Sie Fragen haben, oder sich eine Individuelle Futterberatung wünschen, wenden Sie sich gerne online, über unser Beratungsportal an uns.

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